Mitgliederversammlung 2009

Bericht zur Mit­glie­der­ver­samm­lung des Pfarr­ver­eins – 22. Juni 2009

Lie­be Mit­glie­der,

Pfarrberuf – ein Beruf mit Zukunft?!

»Pfarrerin, wo bist du?«

So oder ähn­lich könn­te in Abwand­lung der Losung des dies­jäh­ri­gen Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­ta­ges der Ruf in die Gemein­de in der Zukunft lau­ten. Kein Bibel­wort im her­kömm­li­chen Sinn, doch eine berech­tig­te Anfra­ge. Und es ist noch nicht aus­ge­macht, ob – ähn­lich wie etwa im Mai in Bre­men – ein­zel­ne oder gan­ze Scha­ren ant­wor­ten: »Hier bin ich! – Hier sind wir!« Und ob dann noch auf einem Wahl­pla­kat zu lesen sein wird: »Schön, dass du da bist! – Schön, dass ihr da seid!« Eher wird zu erwar­ten sein, dass ver­ein­zel­te, zöger­li­che Stim­men ant­wor­ten: »Hier könnt ihr mich suchen.« Ansons­ten steht zu befürch­ten, dass die­se Fra­ge unge­hört in der Gemein­de ver­hallt. Wie der Ruf eines Pre­di­gers in der Wüs­te. Was ist pas­siert?

Struk­tur­ver­än­de­run­gen in den Gemein­den, Fusio­nen von Gemein­den, Redu­zie­run­gen von Pfarr­stel­len aus unter­schied­li­chen Grün­den wie sin­ken­den Gemein­de­glie­der­zah­len und finan­zi­el­len Eng­päs­sen – das ist das eine. Unsi­cher­heit und Unkal­ku­lier­bar­keit im Blick auf den »Arbeit­ge­ber« Kir­che beglei­tet von Ein­schrän­kun­gen in der Besol­dungs­struk­tur, der Fra­ge der zukünf­ti­gen Ver­sor­gungs­si­che­rung und die Erfah­rung des Man­gels an der Wert­schät­zung des Diens­tes im all­ge­mei­nen – das ist ein ande­res Moment. Dane­ben schlei­chen­de Zunah­me von Belas­tun­gen, erhöh­te Erwar­tungs­an­for­de­run­gen im Pro­zess der weit rei­chen­den Ver­än­de­run­gen, ein viel­schich­ti­ger Kom­pe­tenz­for­de­rungs­ka­ta­log, unter­schied­li­che Wahr­neh­mung der Lei­tungs­ver­ant­wor­tung in Kir­chen­krei­sen und ein ver­än­der­tes Kli­ma in der Kol­le­gen­schaft füh­ren nicht sel­ten zu einem Ver­trau­ens­ver­lust beglei­tet von der Nei­gung zu einer »inne­ren Emi­gra­ti­on« ein­zel­ner Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen. So jeden­falls Rück­mel­dun­gen, die wir im Vor­stand erhal­ten. Bedau­er­lich in einer Zeit, in der Infor­ma­ti­on und Koope­ra­ti­on, Trans­pa­renz und Inspi­ra­ti­on, Mit­ein­an­der und zukunfts­wei­sen­des Ver­trau­en mehr denn ja erfor­der­lich sind. Unzu­frie­den­heit und Angst sind seit je her schlech­te Lebens­be­glei­ter – dies gilt umso mehr, als wir gemein­sam unter­wegs sein wol­len in eine »Kir­che mit Zukunft«.

Der Pfarr­be­ruf – einst begrün­det in der »Beru­fung« – ver­liert kir­chen­in­tern zuneh­mend an Wert­schät­zung. Da genügt es nicht, wenn ab und an in der all­ge­mei­nen und zwi­schen­zeit­lich auch in der kirch­li­chen Pres­se vom »Traum­be­ruf Theo­lo­ge« zu lesen ist. Damit wer­den neue­re sta­tis­ti­sche Anga­ben zur Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on und zur Per­so­nal­ent­wick­lung in der EKD beglei­tet mit dem Schluss, dass es ein neu­es Inter­es­se am Pfarr­be­ruf gäbe. Die Rea­li­tät – nicht nur in West­fa­len – spricht bis­lang eine ande­re Spra­che. Die Zahl der Theo­lo­gie­stu­die­ren­den ist erheb­lich zurück­ge­gan­gen (ein­zel­ne Lan­des­kir­chen begin­nen bereits mit Wer­bung für das Stu­di­um). Die Vikars­kur­se beschränkt auf 20 Teil­neh­men­de sind nicht ein­mal mehr zu fül­len in unse­rer Lan­des­kir­che. Das hat zur Fol­ge, dass die erwar­te­te Zahl von 20 Pfar­re­rin­nen und Pfar­rern i.E. pro Jahr nicht erreicht wer­den kann. Ande­rer­seits kann mit Freu­de fest­ge­stellt wer­den, dass zuneh­mend mehr öffent­li­che Stel­len­aus­schrei­bun­gen erfol­gen. Bemer­kens­wert dabei, dass in der Regel die Zahl der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber häu­fig gering ist. Das ist umso auf­fäl­li­ger, da eine Viel­zahl von Pfar­re­rin­nen und Pfar­ren i.E. in unse­rer Lan­des­kir­che die­se Mög­lich­keit zur Ver­än­de­rung haben. Unter­schied­li­che Grün­de mögen für das gerin­ge Wech­sel­in­ter­es­se aus­schlag­ge­bend sein: fes­te Ver­or­tung an einer Stel­le, Ein­rich­tung in einem über­schau­ba­ren, abge­grenz­ten Berufs- und Dienst­um­feld mit kla­rer zeit­li­cher Struk­tur, freie­re Aus­übungs­mög­lich­keit des Diens­tes und Unab­hän­gig­keit von Struk­tur­vor­ga­ben und -Ver­än­de­run­gen u. a. Viel­leicht sind es aber auch nur eini­ge der oben bereits erwähn­ten Unsi­cher­heits­fak­to­ren und kri­ti­schen Wahr­neh­mun­gen im gewähl­ten Amt. Auf dem geschil­der­ten Hin­ter­grund scheint der müh­sa­me, bis­wei­len krampf­haf­te Ver­such, neu­es Ver­trau­en zu wecken in einen der schöns­ten Beru­fe über­haupt, wenig von Erfolg beglei­tet. So weist schon unser Ver­bands­vor­sit­zen­der Klaus Weber in sei­nem Bericht vor der Mit­glie­der­ver­samm­lung 2008 in Spey­er kri­tisch auf die Inter­net­in­for­ma­ti­on zur mit­tel­fris­ti­gen Per­so­nal­pla­nung in den ein­zel­nen Lan­des­kir­chen (www​.theo​lo​gie​stu​di​um​.info) hin:

»Auf Theo­lo­gie­stu­die­ren­de mit dem Ziel Pfarr­amt war­tet ein inter­es­san­ter, her­aus­for­dern­der und viel­fäl­ti­ger Beruf.« So heißt es zu Beginn. Das klingt ein­la­dend und ermu­ti­gend. Doch dann wird auf den fol­gen­den Sei­ten die Per­so­nal­pla­nung in den ein­zel­nen Lan­des­kir­chen dar­ge­stellt. Lei­der wird dabei das eben geweck­te Inter­es­se für die­sen Beruf nicht gera­de geför­dert. Gemein­sam ist den tabel­la­ri­schen Anga­ben aus den ein­zel­nen Lan­des­kir­chen:

  • Über­wie­gend gerin­ge Auf- und Über­nah­me­quo­ten auch für die nächs­ten Jah­re
  • kei­ne Hin­wei­se auf den Wil­len zu einer gemein­sa­men oder zumin­dest abge­stimm­ten Per­so­nal­po­li­tik inner­halb der EKD
  • trotz aller Bestre­bun­gen zu einer grö­ße­ren Ein­heit kaum eine Wech­sel­mög­lich­keit zwi­schen den ein­zel­nen Lan­des­kir­chen.

Die Sor­ge – übri­gens geteilt von den Mit­glie­dern der Kir­chen­lei­tung – um den Theo­lo­gen­nach­wuchs muss uns umtrei­ben, umso mehr als vie­le kri­ti­sche Stim­men aus der Pfarr­schaft (anders als in frü­he­ren Zei­ten) kei­nen wer­ben­den Cha­rak­ter für eine sol­che Berufs­wahl in der Kir­che erken­nen las­sen. Da sind eher Kla­gen im Blick auf das ver­än­der­te Kli­ma in Kir­che und Gemein­de zu hören. Da ist die bereits erwähn­te Rede von gerin­ger Wert­schät­zung der Pfarr­schaft; wohl von einer Aner­ken­nung bei so genann­ten Kir­chen­fer­nen aber weni­ger bei Nahe­ste­hen­den bzw. Mit­ar­bei­ten­den. Die unter­schied­li­che Wahr­neh­mung von Lei­tungs­ver­ant­wor­tung auf der mitt­le­ren Ebe­ne, die nicht sel­ten zu Kon­flik­ten führt und der Umgang mit Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen unter­ein­an­der.

Gemeinde, wo bist du?

Wenn das nicht auch ein zukünf­ti­ger Ruf sein soll, dann wer­den wir heu­te schon dar­auf zu ach­ten haben und uns dafür ein­set­zen müs­sen, dass Pfar­re­rin­nen und Pfar­rer nicht ver­mehrt aus den Gemein­den abge­zo­gen bzw. gro­ße, unüber­schau­ba­re Gemein­de­ver­bän­de geschaf­fen wer­den. Die Fol­ge wären zukünf­tig nur noch punk­tu­el­le Kon­tak­te im Sin­ne einer »Grund­ver­sor­gung« mit dem mög­li­chen Ergeb­nis, sich lang­fris­tig von den volks­kirch­li­chen Struk­tu­ren ver­ab­schie­den zu müs­sen. Ein Leser­brief unter der Über­schrift »Alter­na­ti­ven zum Abriss« im West­fä­li­schen Anzei­ger / Hamm vom Sams­tag, 20.06.2009 bringt es auf den Punkt, wenn die Ver­fas­se­rin u.a. schreibt: »Was bedeu­tet es für uns Gemein­de­mit­glie­der, bereits jetzt weni­ger Orts­ge­mein­de und mehr Pro­fil­kir­che zu haben? Nun, mit den Kir­chen ver­lie­ren wir den Boden unter den Füßen, mit den Gemein­de­häu­sern den Ort unse­res sozia­len Zusam­men­hal­tes. Mit den Fusio­nen ver­lie­ren wir die selbst­stän­di­ge Bestim­mung über unse­re Gemein­de­häu­ser und unse­re urei­gens­ten Bedürf­nis­se. Und mit den ein­ge­spar­ten Pfar­rern ver­lie­ren wir unser sozia­les Netz. In Groß­ge­mein­den sind die weni­gen Pfar­rer vor­wie­gend für die Grund­ver­sor­gung da. Für die Mit­glie­der der Groß­ge­mein­de kön­nen Pfar­rer nur noch an einem zen­tra­len Ort ansprech­bar sein. Sie kom­men kaum mehr in die loka­len Gemein­den, haupt­säch­lich zu Beer­di­gun­gen, Hoch­zei­ten und Tau­fen. Got­tes­diens­te lei­den dar­un­ter. Pro­fil­kir­che ist schön, aber wir bezah­len als Preis die Auf­lö­sung der ört­li­chen Gemein­de dafür.«

Leucht­tür­me, wie sie das EKD-Per­spek­tiv­pa­pier »Kir­che der Frei­heit« beschreibt, kön­nen sicher eine Hil­fe in unse­rer Zeit sein, sie erset­zen aber nicht die Gemein­de vor Ort. Viel­mehr leben über­ge­meind­li­che Hand­lungs­fel­der auch durch die Orts­ge­mein­den, weil vor allem hier Men­schen dau­er­haft an die kirch­li­che Orga­ni­sa­ti­on gebun­den wer­den. Des­halb gilt es Fan­ta­sie und Krea­ti­vi­tät Raum zu geben und zu för­dern in den Gemein­den und nach Ent­las­tungs­mög­lich­kei­ten für Pfar­re­rin­nen und Pfar­rer Aus­schau zu hal­ten, damit sie ihrer eigent­li­chen Pro­fes­si­on nach­ge­hen kön­nen und gemein­sam mit allen Mit­ar­bei­ten­den sich auf den Weg des »Diens­tes für ande­re« machen. Dass dabei ehren­amt­lich Mit­ar­bei­ten­de ver­stärkt zu gewin­nen und zu för­dern sind, um Zeit und Kraft zu haben zur Erfül­lung der viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben, ist unbe­strit­ten. Ein Trug­schluss aber ist die Annah­me, dass man im theo­lo­gisch­päd­ago­gi­schen Arbeits­feld Haupt­amt­li­che immer stär­ker durch Ehren­amt­li­che erset­zen könn­te. Die­sem scheint die Evan­ge­li­sche Kir­che im Rhein­land zu erlie­gen, wenn sie jetzt zwei Kon­zep­te zu ergän­zen­den For­men pas­to­ra­ler Diens­te durch Lan­des­syn­oden­be­schluss beschrei­tet. Ein­mal han­delt es sich um das Kon­zept »Ange­stell­te Pas­to­rin­nen und Pas­to­ren als theo­lo­gi­sche Mit­ar­bei­ten­de«. Das zwei­te Kon­zept der »Ergän­zen­den pas­to­ra­len Diens­te auf Hono­rar­ba­sis« soll als Modell über einen Zeit­raum von 5 Jah­ren erprobt wer­den. Ganz abge­se­hen von dem vor­han­de­nen Kon­flikt­po­ten­ti­al in sol­chen Rege­lun­gen ist hier die grund­sätz­li­che Fra­ge nach der Aus­wir­kung auf das Pfarr­bild und den Pfarr­be­ruf im Gan­zen zu stel­len. Eine sol­che Ent­wick­lung ist mit gro­ßer Sor­ge zu sehen und dient sicher nicht zur Bil­dung von Ver­trau­en in kir­chen­lei­ten­des Han­deln. Doch darf posi­tiv berich­tet wer­den, dass die Lan­des­syn­ode der EkiR nach lan­gem Rin­gen mit dem Pfarr­ver­ein im Rhein­land und der Inter­ven­ti­on des Ver­ban­des der Ein­rich­tung einer gesetz­lich gere­gel­ten Pfarr­ver­tre­tung zuge­stimmt hat.

Pfarrverein im Rückblick

1. Gespräche mit der Kirchenleitung

Auf dem ange­spro­che­nen Hin­ter­grund hat der Vor­stand u.a. sei­ne kon­kre­te Arbeit im Berichts­jahr gese­hen und ver­stan­den. Dazu gehö­ren die kon­ti­nu­ier­li­chen Gesprä­che mit Ver­tre­tern der Kir­chen­lei­tung, in denen die gemein­sa­men Sor­gen offen und direkt ange­spro­chen wer­den und in kri­tisch-kon­struk­ti­vem Aus­tausch nach Lösun­gen in Kon­flikt­fel­dern gemein­sam gesucht wird. Dies geschieht in ver­trau­ens­vol­ler Atmo­sphä­re, wofür wir dank­bar sind.

  • Aus­gangs­punkt die­ser Bera­tun­gen ist jeweils die aktu­el­le Ent­wick­lung der Per­so­nal- und Finanz­pla­nung. So ist der ste­ti­gen Rück­gang der Gemein­de­glie­der­zah­len (ca. 40.000 p.a.) beglei­tet von einer Redu­zie­rung der Pfarr­stel­len um 133,75 seit 2005. Vom Vor­ru­he­stand haben bis­lang 114 Per­so­nen Gebrauch gemacht (etwa 2/5 der mög­li­chen Anzahl). Die Finanz­pla­nung betref­fend kann der­zeit auf­grund der Wirt­schafts­kri­se nicht ein­ge­schätzt wer­den, wie das Kir­chen­steu­er­auf­kom­men sich ent­wi­ckelt. Mehr­ein­nah­men des Jah­res 2008 wur­den zur Ver­sor­gungs­si­che­rung an die VKPB (25 Mio.) und an die Clea­ring­rück­la­ge über­wie­sen. Für das Jahr 2009 ist das bis­he­ri­ge Soll von 410 Mio. Büro bei­be­hal­ten wor­den. Auf­grund ver­schie­de­ner steu­er­li­cher Ände­run­gen wird in zwei Berei­chen mit Ein­nah­me­rück­gän­gen gerech­net: – Pend­ler­pau­scha­le (geschätzt 15 Mio.); – Kon­junk­tur­pa­ket (geschätzt 10 Mio.). Die Aus­wir­kun­gen der Abgel­tungs­steu­er sind noch nicht abseh­bar.
  • Neu­ord­nung der Deze­nats­ver­tei­lung: Arbeits- und Tarif­recht LKR Hen­ning Juni; Dienst­recht Kir­chen­rechts­rä­tin Bar­ba­ra Roth; ope­ra­ti­ves Geschäft Kir­chen­ober­rechts­rat Dirk Heuing; Stu­die­ren­de-Beglei­tung LKR’in Dr. Johan­na Will-Arm­strong; Vika­ri­at, Aus-, Fort-und Wei­ter­bil­dung sowie Ent­sen­dungs­dienst OKR’in Petra Wall­mann.
  • Fra­gen­kom­plex Dienst­recht / Dienst­woh­nun­gen: Hier wur­de die Pro­ble­ma­tik der Alters­gren­ze bei Dienstüber­nah­me aus­führ­lich erör­tert. Regel­ein­stel­lung bis zum 35. Lebens­jahr. Hin­weis, dass als Aus­nah­me die Über­schrei­tung der Alters­gren­ze akzep­tiert wird, soweit die War­te­zei­ten von der Lan­des­kir­che zu ver­tre­ten sind. In allen ande­ren Fäl­len bleibt die Beschäf­ti­gung im Rah­men eines pri­vat­recht­li­chen Dienst­ver­hält­nis­ses mög­lich. Pro­blem ist dabei, dass durch die Neu­fas­sung des BAT-KF (TVÖD) kei­ne Gleich­ar­tig­keit mehr zwi­schen Besol­dung und Ver­gü­tung vor­han­den ist. Hier sind Varia­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu gestal­ten.

Bei der Abwe­sen­heit aus »per­sön­li­chen Grün­den« (§ 50 PfDG) soll wei­ter­hin nach dem Ver­trau­ens­prin­zip ver­fah­ren wer­den, obwohl in einem kon­kre­ten Fall Unsi­cher­hei­ten auf­ge­tre­ten sind.

Die Rege­lun­gen der Amts­zim­mer­ent­schä­di­gung erfährt in den ein­zel­nen Kir­chen­krei­sen eine ganz unter­schied­li­che Hand­ha­bung. Der Gesamt­fra­gen­kom­plex soll auf Betrei­ben des PV noch ein­mal grund­sätz­lich über­prüft wer­den. Dazu gehört auch eine gerech­te und trans­pa­ren­te Berech­nung der Heiz­kos­ten für Pfarr­dienst­woh­nun­gen. Das Recht in der EKvW regelt die Fra­ge mit wün­schens­wer­ter Klar­heit und grund­sätz­lich so, dass dem Rechts­emp­fin­den genü­ge getan wer­den kann. Manch­mal man­gelt es nur an ent­spre­chen­der Umset­zung. Dank­bar ist der Vor­stand zwei Mit­glie­dern, die ent­spre­chen­de Berech­nung im Gesamt­in­ter­es­se der Pfarr­schaft exem­pla­risch durch­ge­führt haben. Damit sind wir im Gespräch mit dem Lan­des­kir­chen­amt auf einem guten Weg.

Da es dem Pfarrer/ der Pfar­re­rin nicht frei­ge­stellt ist, ob er / sie die Dienst­woh­nung in Anspruch nimmt oder nicht, soll­te dar­auf geach­tet wer­den, dass das Woh­nen im Pfarr­haus nicht als unzu­mut­ba­re Belas­tung, son­dern als für den Dienst in der Gemein­de sinn­vol­le Ein­rich­tung ver­stan­den wer­den kann. Der Vor­stand sieht mit gro­ßer Sor­ge die Stei­ge­rung der finan­zi­el­len Belas­tun­gen ins­ge­samt. Gern wei­se ich in die­sem Zusam­men­hang noch ein­mal auf die Hilfs­stel­le Deut­sches Pfarr­woh­nungs­in­sti­tut (DPI) hin mit der Mög­lich­keit einer pas­si­ven Mit­glied­schaft (Jah­res­bei­trag 36,– €). Für Mit­glie­der ist die Gele­gen­heit eines ers­ten kos­ten­lo­sen Miet­wert-Checks gege­ben. Nähe­re Infor­ma­tio­nen dazu unter www​.pfarr​woh​nung​.de

Weitere Gesprächspartner

Im Gespräch mit der Ver­tre­te­rin der Theo­lo­gie­stu­die­ren­den wur­de eine Ent­span­nung der Situa­ti­on erkenn­bar, da sie sich nach bestan­de­nem Examen wie­der »umwor­ben füh­len, was für gute Stim­mung sor­ge und zu neu­em Selbst­be­wusst­sein füh­re.« Kon­kre­te Anfra­gen betref­fend das stu­di­en­be­glei­ten­de Men­to­rat, die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bei Kon­vents­pla­nun­gen u.a. wur­den erör­tert und in das Gespräch mit der Kir­chen­lei­tung ein­ge­bracht.

Aus dem Rat der Vika­rin­nen und Vika­re wird von einer erheb­li­chen Ent­span­nung durch den Rück­gang der Anzahl der Vika­re berich­tet. Grund­sätz­lich bleibt das Bemü­hen um die Öff­nung der ein­zel­nen Lan­des­kir­chen für Gast­vi­ka­ria­te.

Erst­mals wur­de das Gespräch mit der Ver­tre­te­rin des West­fä­li­schen Theo­lo­gin­nen­kon­vents geführt. In Offen­heit und Sach­lich­keit wur­de dabei über die Arbeits­schwer­punk­te des Kon­vents infor­miert und Mög­lich­kei­ten der gemein­sa­men Vor­ge­hens­wei­se bei kon­kre­ten Fra­ge- und Pro­blem­stel­lun­gen erör­tert. Eini­ge The­men­kom­ple­xe konn­ten schon in das. Gespräch mit der KL ein­ge­bracht wer­den. Ver­ab­re­dun­gen wur­den getrof­fen betr. kur­zer Infor­ma­ti­ons­we­ge bei wich­ti­gen The­men­stel­lun­gen zwi­schen Kon­vent und Vor­stand. Vor­stands­mit­glied Sus­a­na Rie­del-Albrecht wird als Ver­tre­te­rin des PV Mit­glied im lan­des­kirch­li­chen Aus­schuss des Frau­en­re­fe­rats.

Verband

Hier ist die Stär­kung der Öffent­lich­keits­ar­beit durch Erstel­lung eines neu­en cor­po­ra­te design, voll­stän­di­ge Erneue­rung des Prä­sen­ta­ti­ons­stan­des auf dem DEKT in Bre­men, Ver­än­de­rung des Lay­outs der Umschlag­sei­te des Deut­schen Pfarrer­blat­tes zu ver­mel­den. Die Bear­bei­tung des Pfarr­amtska­len­ders in ent­spre­chen­dem Rah­men ist ver­an­lasst. Eine Neu­ge­stal­tung des Inter­net­auf­tritts ist in Vor­be­rei­tung.

Ein wesent­li­cher Punkt ist nach wie vor die Mit­ar­beit in der Dienst­recht­li­chen Kom­mis­si­on der EKD, in der nach den aus­führ­li­chen Bera­tun­gen zum ein­heit­li­chen Dis­zi­pli­nar­ge­setz nun die inten­si­ven Bera­tun­gen zum Pfarr­dienst­ge­setz EKD in gang gekom­men sind. Hier haben wir dar­auf zu ach­ten, dass die Inter­es­sen der Pfarr­schaft in einem gerech­ten Maß gewahrt wer­den. Der inten­si­ve Aus­tausch zwi­schen den Pfarr­ver­ei­nen EKD fin­det in den Vor­sit­zen­den­kon­fe­ren­zen und in der Ful­da­er Run­de mit den Pfarr­ver­tre­tun­gen sei­nen Nie­der­schlag. Dar­über hin­aus tref­fen sich die Mit­glie­der der UEK-Run­de wei­ter­hin 2x im Jahr zu einer »Stand­ort­be­stim­mung« in Han­no­ver.

Personalvertretung

Die Wahr­neh­mung von Pfarr­ver­tre­tung und -bera­tung ist und bleibt eine Kern­auf­ga­be des PV. Dabei hat die Bera­tung und Beglei­tung von Pfarr­kol­le­gin­nen und -kol­le­gen sich wei­ter aus­ge­wei­tet und bil­det eine wich­ti­ge Unter­stüt­zung bei Kon­flik­ten in Pres­by­te­ri­en, mit Dienst­vor­ge­setz­ten und mit dem Lan­des­kir­chen­amt. Die­se Unter­stüt­zung gilt es im Bedarfs­fall pro­fes­sio­nell fort­zu­set­zen, damit den Betrof­fe­nen der Rücken frei­ge­hal­ten wer­den kann für ihren wich­ti­gen Dienst der Ver­kün­di­gung und Seel­sor­ge. In die­sem Zusam­men­hang möch­te ich ein­mal mei­nen beson­de­ren Dank den Vor­stands­mit­glie­dern aus­spre­chen, die sich enga­giert in die Ein­zel­be­ra­tung und -beglei­tung hin­ein­be­ge­ben.

Beschäftigungsfonds

Es bleibt dabei! Gera­de auch nach der Ein­stel­lung des För­der­fonds unse­rer Lan­des­kir­che wird der ver­blei­ben­de Finanz­be­stand – eini­ge Mit­glie­der unter­stüt­zen den Fonds des PV wei­ter­hin – noch genutzt. Dabei ist deut­lich, dass die Zahl der Betrof­fe­nen wei­ter rück­läu­fig ist. Den­noch gilt es natür­lich auch heu­te wie­der an die­ser Stel­le allen Spen­de­rin­nen und Spen­dern im Namen des Vor­stan­des und der unter­stütz­ten Per­so­nen Dank zu sagen für die­ses Zei­chen der Soli­da­ri­tät.

Ferienwohnung Wustrow

Im Berichts­zeit­raum war die Ver­mie­tung in Wus­trow wie­der zufrie­den­stel­lend. Dank des Ein­sat­zes von Ehe­paar Jonu­schat ist die Woh­nung in gutem Zustand. Repa­ra­tu­ren wer­den schnell erle­digt (neue Dusche, Lam­pen, etc.). Eine gro­ße Repa­ra­tur muss in die­sem Jahr erfol­gen, da das Reet­dach vie­le Löcher auf­weist und das Reet gekämmt wer­den muss Der Kir­chen­kreis Ros­tock hat zum 1. Janu­ar 2010 die Ver­wal­tung gemäß WEG gekün­digt. Wir wer­den in Abspra­che mit den ande­ren Eigen­tü­mern eine neue Ver­wal­tungs­ge­sell­schaft suchen müs­sen. Zwei Ange­bo­te lie­gen schon vor.

Seit dem l. Janu­ar 2009 wer­den die Kos­ten für Ener­gie und Was­ser genau abge­le­sen. Die Kos­ten sind nach­träg­lich zu bezah­len. Das bedeu­tet für die ehren­amt­li­chen Ver­ant­wort­li­chen mehr Arbeit. Nach einem Jahr wer­den wir über­prü­fen, ob die Rege­lung sinn­voll ist.

Anmel­dun­gen nimmt wie immer an: Susan­ne Boek­hoff, Tel. 05204/9251720. An die­ser Stel­le sei Frau Boek­hoff eben­so wie dem Ehe­paar Jonu­schat und unse­rem Vor­stands­mit­glied Gerd Loh­mann für ihr per­sön­li­ches Enga­ge­ment bei der Bewirt­schaf­tung und Ver­wal­tung der Feri­en­woh­nung ein­mal herz­lich Dank gesagt.

Öffentlichkeitsarbeit

Der Inter­net­auf­tritt des PV ist von unse­rem Vor­stands­mit­glied Mar­tin Elbert unter Mit­hil­fe von wei­te­ren Fach­leu­ten neu gestal­tet wor­den. Die dabei ent­stan­den Unzu­läng­lich­kei­ten im Zuge der Umstel­lung bit­ten wir zu ent­schul­di­gen. Mar­tin Elbert sei Dank gesagt eben­so wie Karl Fried­rich Wig­ger­mann für die Auf­be­rei­tung von PV-aktu­ell. In bei­den Arbeits­fel­dern sind wir für Anre­gun­gen und kon­struk­ti­ve Mit­ar­beit durch unse­re Mit­glie­der dank­bar.

Mitgliederbestand

Wir haben zur­zeit 1336 Mit­glie­der (Stich­tag 1. Juni 2009). Auf der Ordi­nand­en­ta­gung ein­mal im Jahr erhal­ten die jun­gen Theo­lo­gin­nen und Theo­lo­gen wei­ter­hin eine umfas­sen­de Infor­ma­ti­on über Zweck und Ziel­set­zung unse­rer Arbeit durch das Vor­stands­mit­glied Micha­el Hayungs. Es soll­te auch zukünf­tig deut­lich sein, dass wir durch höhe­re Zah­len der Mit­glied­schaft unser Gewicht bei der Ver­tre­tung unse­rer Inter­es­sen stär­ken wer­den.

Nachwahl

Wie bereits in PV-aktu­ell 1/2009 mit­ge­teilt, hat unser Vor­stands­mit­glied Bri­git­te Jans­sens aus per­sön­li­chen Grün­den um Ent­bin­dung von der Mit­ar­beit im Vor­stand gebe­ten. Nach­dem der Vor­stand ihrer Bit­te ent­spro­chen hat, steht im Rah­men die­ser Mit­glie­der­ver­samm­lung eine Nach­be­ru­fung für die ver­blei­ben­de Zeit der Wahl­pe­ri­ode an. Der Vor­stand schlägt für die­se Posi­ti­on Pfar­rer Micha­el Hayungs vor. Er ist zur­zeit vom Kon­vent der Ent­sen­dungs­dienst­ler ent­sand­tes Mit­glied und hat sich in die Arbeit bereits enga­giert ein­ge­bracht. An die­ser Stel­le dan­ken wir Frau Bri­git­te Jans­sens für ihre kon­struk­ti­ve Mit­ar­beit in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ganz herz­lich. Als Ver­tre­te­rin des Kir­chen­krei­ses Her­ford wird sie wei­ter­hin Ansprech­part­ne­rin blei­ben. Wir wün­schen ihr Kraft und Got­tes Segen für ihren wei­te­ren Dienst in der Gemein­de und Kir­che.

Auch in die­sem Jahr schlie­ße ich den Bericht mit einem herz­li­chen Dank an alle Mit­glie­der des Pfarr­ver­eins, die sich mit Gesprächs­bei­trä­gen, Anfra­gen und kri­ti­scher Beglei­tung an mich und die Vor­stands­mit­glie­der gewandt haben. Wir brau­chen die­se Rück­mel­dun­gen und auch die Stär­kung im Zusam­men­halt für die zukünf­ti­gen Auf­ga­ben. Ein beson­de­rer Dank gilt den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Kir­chen­krei­se für ihr Enga­ge­ment auf die­ser Ebe­ne und selbst­ver­ständ­lich den Mit­glie­dern des Vor­stan­des für ihre gedul­di­ge, offe­ne und ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit.

»Wir sol­len, was immer geschieht,
fest blei­ben in dem Glau­ben,
dass Gott, der uns ein­mal sei­ne Lie­be
zuge­wandt hat, nie­mals auf­hö­ren wird,
für uns zu sor­gen.« (Johan­nes Cal­vin)